Runflat Reifen

Runflat-Reifen (RFT): Reifen mit Notlaufeigenschaften

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Reifenpannen passieren doch grundsätzlich zum ungünstigsten Zeitpunkt oder an einer denkbar ungeschickten Stelle. Ist Ihr Fahrzeug mit Reifen mit Notlaufeigenschaften (Runflat-Reifen oder RFT) ausgerüstet, können Sie sicher und kontrolliert anhalten bzw. zu einer Werkstatt weiterfahren, um einen neuen Reifen montieren zu lassen.


Was sind RFT-Reifen?

RFT-Reifen sind auch dann noch verkehrstauglich (für eine gewisse Strecke und bei niedrigerer Geschwindigkeit), wenn der Luftdruck im Innern des Reifens fällt. Aufgrund ihrer erheblich verstärkten Seitenwände können sie das Gewicht des Fahrzeugs trotzdem tragen. Ihre speziell konzipierten Reifenwulste verhindern, dass sich der Reifen von der Felge löst. Als Wulstfüller dient eine spezielle Kautschukmischung, die der Wärmeentwicklung entgegenwirkt.

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Im Falle einer Reifenpanne ist aufgrund der verstärkten Seitenwände bei RFT-Reifen noch eine Weiterfahrt bis zu 80 Kilometer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h möglich.

Was sind die Hauptvorteile von RFT-Reifen?

1. Sicherer

Sie können selbst bei plötzlichem Druckabfall sicher weiterfahren.
Sie müssen keinen Reifenwechsel auf einer stark befahrenen Straße oder auf dem Standstreifen durchführen.
Bei normalen Reifen führt ein Reifenschaden vor allem bei hohen Geschwindigkeiten zu gefährlichen Situationen, da Sie möglicherweise die Kontrolle über Ihr Fahrzeug verlieren. Reifen mit Notlaufeigenschaften sind hingegen so konzipiert, dass der Reifenwulst nicht von der Radfelge abrutschen kann und Sie daher die Kontrolle über Ihr Fahrzeug behalten.

2. Komfortabel

Sie müssen den Reifen nicht sofort wechseln und können bequem und ohne lästige Geräusche noch bis zu 80 Kilometer mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h weiterfahren.
Sie haben mehr Platz zur Verfügung, da Sie im Kofferraum kein Ersatzrad mit sich führen müssen.

3. Sparsam

Da Sie keinen Ersatzreifen mitführen müssen, sparen Sie Energie, Platz und Gewicht.
Das bedeutet Einsparungen an Rohstoffen und macht die Reifen somit zu einer umweltfreundlichen Alternative.

Eignen sich RFT-Reifen für alle Fahrzeugtypen?

Reifenhersteller empfehlen dringend, RFT-Reifen nur bei solchen Fahrzeugen zu montieren, die bereits ab Werk mit diesen Reifen ausgestattet sind (entweder als Standard oder als Option). Fahrzeuge mit RFT-Reifen (standardmäßig oder optional) müssen grundsätzlich über ein Reifendruckkontrollsystem (TPMS) verfügen. Sobald das System einen Reifendruckabfall in einem der Reifen erkennt, gibt es eine Warnung aus. In diesem Fall müssen Sie die Geschwindigkeit auf maximal 80 km/h reduzieren. Alle notwendigen Informationen erhalten Sie bei Ihrem First Stop-Fachmann.

Müssen RFT-Reifen überprüft werden?

Ja, Sie sollten auch diese Reifen - wie jeden anderen - regelmäßig auf Löcher, Verschleiß oder sonstige Beschädigungen kontrollieren lassen. Denken Sie daran, einmal pro Monat den Luftdruck zu prüfen, da das TPMS bei einem geringen Druckverlust, wie er gewöhnlich im Laufe mehrerer Wochen auftritt, häufig nicht reagiert. TPMS ist ein Warnsystem, aber keine Garantie für den korrekten Luftdruck der Reifen.



- ADAC Reifentest -
Runflat-Reifen: Sicher fahren auch ohne Luft

Liegenbleiben mit einer Reifenpanne ist eine unangenehme Sache. Mit Runflat-Reifen kann man das weitgehend vermeiden, weil sie eine (eingeschränkte) Weiterfahrt ermöglichen. Die Vorteile dieser Modelle liegen also auf der Hand: kein Reifenwechsel oder notdürftige Reifenreparatur auf dem Standstreifen notwendig. Aber haben die Runflats nur Vorteile oder gibt es auch Nachteile?



Ergebnis im Detail :

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Fazit:


Die Nachteile der Runflat-Reifen werden weniger, die Entwicklung macht gute Fortschritte. Gleichzeitig bleiben die Vorteile im Pannenfall. Die gestesteten Modelle von Bridgestone zeigen insbesondere im Vergleich zur Vorgängergeneration deutliche Verbesserungen bei Komfort und Rollwiderstand. In diesen Kriterien ist nicht mehr viel Unterschied zu den konventionellen Reifenmodellen ohne speziell verstärkte Flanken.

Beim Komfort immer besser

Die zwei getesteten Modelle der neuesten Generation von Runflat-Reifen (Sommer und Winter) sind zwar noch spürbar härter als die "Standardreifen", der Abstand bewegt sich aber innerhalb einer üblichen Spreizung eines Testfeldes. Dabei ist der getestete Sommerreifen für BMW mit Runflat im Bereich Komfort kaum noch vom konventionellen Bruder zu unterscheiden. Ähnlich gut sieht es beim Rollwiderstand aus, Runflat-Reifen der neuesten Generation erhöhen kaum noch den Kraftstoffverbrauch.

Mehrgewicht durch verstärkte Flanken

Dass sie trotz optimierten Profils in der Praxis nicht vergleichbar gut wie die konventionellen Reifen abschneiden können, liegt insbesondere am Mehrgewicht der Runflats - es liegt bei etwa 0,3 kg pro Reifen. So wird für jeden Beschleunigungsvorgang etwas mehr Energie benötigt (Massenträgheitsmoment).

Sichere Eigenschaften auch mit Runflat

Bei den Fahreigenschaften auf nasser, trockener und verschneiter/vereister (nur Winterrreifen-Variante) Fahrbahn ergeben sich nur geringe Unterschiede. Hier haben die Runflat-Reifen keine wesentlichen Nachteile. Teilweise waren sogar Vorteile gegenüber der Standardbereifung auf nasser Fahrbahn feststellbar.

Teuer in der Anschaffung

Wie so oft gibt es aber dennoch einen Haken - der Preis. Er liegt bei den Runflats deutlich höher, vor allem bei den Winterreifen. So kann es gut sein, dass man sich beim Erneuern der Reifen den Wechsel auf konventionelle Pneus überlegt. Aber Achtung: Autos, die werksseitig mit Runflat-Reifen ausgeliefert wurden, haben meist keine Reifenreparatursets oder vergleichbares an Bord. Im Falle eines Reifenschadens ist man dann vollends aufgeschmissen.

Vergleichbarkeit sichergestellt

Die Tests wurden mit Reifenmodellen von Bridgestone durchgeführt. Der Reifenhersteller war im Bereich Runflat schon früh aktiv und hat zahlreiche Modelle im Angebot. Die Wahl der verschiedenen Testprodukte von nur einem Hersteller hat den Vorteil, dass man die Unterschiede von konventionellen und Runflat Reifen besser vergleichen kann, weil Unterschiede zwischen verschiedenen Marken nicht ins Gewicht fallen.



Quelle: ADAC