Winterreifenverordnung

Winterreifenverordnung: Bundesrat stimmt Änderung der StVo zu


Die neue Winterreifenverordnung - Der Bundesrat hat heute einer von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer vorgelegten Änderung der StVO zugestimmt.
Die neue Regelung schreibt vor, bei welchen Wetterverhältnissen nur mit Winterreifen gefahren werden darf. Eine Erhöhung der Bußgelder soll die Einhaltung der Vorschriften garantieren.


Für Führer von Kraftfahrzeugen (PKW, SUV, LLKW, LKW, Omnibus und Zweiräder) gilt dann:


- Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte zählen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zu den winterlichen Wetterverhältnissen. Bei solchen Wetterverhältnissen kann bei Verwendung von Sommerreifen die Sicherheit des Straßenverkehrs beeinträchtigt werden.
- Einen festgelegten Zeitraum für eine Winterreifenpflicht (z.B. von Oktober bis April) wird es nicht geben. Die Wetterverhältnisse in Deutschland sind dafür zu unterschiedlich.

- Die Vorschrift stellt klar, dass ausschließlich das Fahren mit Winterreifen vorgeschrieben ist.

Wer sein Fahrzeug bei Schnee und Eis mit Sommerreifen lediglich parkt, muss keine Konsequenzen fürchten.


- Als Winterreifen gelten alle M+S-Reifen. Auch Ganzjahresreifen fallen darunter.


- Im Handel erhältliche Winterreifen sind mit einem M+S-Symbol gekennzeichnet, teilweise auch in Verbindung mit dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke (Alpine Symbol).


- M+S-Reifen sind Reifen, bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, dass sie vor allem auf Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen.
- Das Profil der Lauffläche von M+S-Reifen ist im allgemeinen durch größere Profilrillen und / oder Stollen gekennzeichnet. Diese sind durch größere Zwischenräume voneinander getrennt als bei normalen Reifen.
- Schwere Nutzfahrzeuge (Busse und Lkw der Fahrzeugklassen M2, M3, N2 und N3) müssen auf den Antriebsachsen Winterreifen aufziehen. Hintergrund: Die Reifen an den übrigen Achsen haben aufgrund von erhöhten Naturkautschukanteilen bessere Haftungseigenschaften als PKW-Sommerreifen und sind dadurch grundsätzlich für den Ganzjahreseinsatz geeignet.
- Land- und Forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge sind von den Vorschriften ausgenommen, da ihre Bereifung aufgrund des grobstolligen Profils bei winterlichen Wetterverhältnissen ausreichend Sicherheit bietet.

Höhere Bußgelder sollen Einhaltung der Vorschriften garantieren

Die Regelsätze für Bußgelder bei Verstößen sollen verdoppelt werden. Das Fahren ohne Winterreifen bei oben genannten Wetterverhältnissen kostet künftig 40 statt bisher 20 Euro. Bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer fallen 80, statt bisher 40 Euro an. Damit ist auch ein Eintrag eines Punktes im Verkehrszentralregister verbunden.

Ramsauer: "Jeder, der im Winter bei Schnee und Matsch mit den falschen Reifen fährt, gefährdet sich und andere. Wir wollen gefährliche Rutschpartien mit schlimmen Folgen verhindern. Die Erhöhung der Bußgelder soll die Einhaltung der Vorschriften garantieren."

Hohe Akzeptanz

Nach einer aktuellen DEKRA-Umfrage sind neun von zehn deutschen Autofahrern für eine Winterreifenpflicht. 93 Prozent der 1.700 Befragten sprechen sich dafür aus. Nach ihrem derzeitigen Verhalten gefragt, gaben 85 Prozent der Autofahrer an, ab Herbst grundsätzlich mit Winterreifen zu fahren. 11 Prozent der Autofahrer bevorzugen Ganzjahresreifen.

Eine Umfrage der "Bild am Sonntag" ergab, dass fast neun von zehn Deutschen höhere Bußgelder für Reifensünder begrüßen. 87 Prozent befürworten demnach die Verdoppelung der Bußgelder von 20 auf 40 Euro. www.bmvbs.de
Quelle:
26 November, 2010 bussgeldkatalog.biz

Weitere Informationen zur situativen Winterreifenverordnung in und um Deutschland finden Sie auch hier:

http://www.brv-bonn.de/verbraucher-start/aktuelles/1-news-detail/article/winterreifen-was-gilt-in-und-um-deutschland/

Was ist ein Winterreifen?


Nach der Winterreifenverordnung gelten entsprechend der europäischen Typengenehmigungsverfahren für Reifen (UN-ECE-Regelungen Nr. 30 - Pkw-Reifen, Nr. 54 Lkw-Reifen und Nr. 75 Zweiradreifen bzw. der EU-Richtlinie 92/23) alle Reifen als Winterreifen, die mit einer M+S-(oder M.S.- oder M&S-) Kennzeichnung versehen sind. Das gilt auch für Allwetter-/Ganzjahresreifen, wenn sie die M+S-Kennzeichnung haben.
Dies trifft allerdings nicht für alle Pkw-, Off Road- und SUV-Reifen zu, die für die USA produziert werden, da die Reifenhersteller für diesen Markt i.d.R. alle Reifen, also auch Sommer- und Geländereifen mit M+S kennzeichnen- und nicht ganz ausgeschlossen werden kann, dass auch in Deutschland, wenn auch in geringen Mengen, solche Reifen am Markt zu finden sind. Insofern sollten Sie sich also beim Reifenkauf im Zweifel lieber von Ihrem Reifenfachhändler vor Ort beraten lassen, denn der steht Ihnen gegenüber diesbezüglich in der Sachmängelhaftung.
Deshalb müssen in den USA und Kanada M+S-Reifen das sogenannte Schneeflockensymbol tragen, um als Winterreifen zu gelten. Basis für die Vergabe dieser Kennzeichnung ist ein gesonderter Eigentest der Reifenhersteller auf Schnee gegenüber der US-amerikanischen Verkehrsbehörde. In Europa ist das Schneeflockensymbol zwar mittlerweile ebenfalls geregelt (EU-Verordnung 661/2009 bzw. UN-ECE-Regelung 117), wird aber erst nach 2017 gesetzlich verbindlich. Aus diesem Grund ist es nach der StVO nicht unbedingt erforderlich, dass ein Winterreifen in Deutschland mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet ist.
Eine Vielzahl von Reifenherstellern wendet die o.g. gesetzliche Grundlage auf freiwilliger Basis schon heute an (siehe Übersicht in: AutoRäderReifen -Gummibereifung 10/2013).
Sie können aber auch anhand des Profils relativ leicht selbst erkennen, ob es sich bei Ihrem Reifen um einen Winter-, Ganzjahres-, Sommer- oder Geländereifen handelt, siehe dazu den entsprechenden BRV-Flyer.

Flyer herunterladen:
http://www.brv-bonn.de/fileadmin/user_upload/verbraucher/reifen-reifen/Woran_erkenne_ich_ein_Winterprofil.pdf